Manifest
Manifest „Freiräume für Bewegung“
„Kulturstadt Düsseldorf“ – mit diesem Slogan positioniert sich unsere Stadt europaweit als Kunst- und Kulturmetropole. Mit stolzer Brust werden nach dem Kulturreport 2008 ca. 104 Millionen Euro im Jahr für Kultur ausgegeben. Die zahlreichen Museen, die Oper oder die Tonhalle dienen als Aushängeschild. Regelmäßige Großevents wie der Ski Weltcup, die DTM-Präsentation oder der Japantag machen die Stadt besonders für Touristen interessant. Durch die Förderung der so genannten „weichen Standortfaktoren“ versucht die Stadt in der Konkurrenz zu anderen Städten zu bestehen. Dabei wird Kultur vornehmlich reinen Vermarktungsaspekten untergeordnet. Wer diese nicht erfüllen kann oder will, dem bleibt die Flucht (nach vorne) – oder ein schimmelbefallener Proberaum in der Peripherie. In dieser Stadt herrscht ein Kulturverständnis, das viele Kulturschaffende ignoriert. Im Kampf um die stärksten Investoren und die finanzkräftigsten BewohnerInnen verkauft sich Düsseldorf als massengerechtes Modeereignis – Hauptsache es glitzert!
Der verbliebene Freiraum wird mit Einschränkungen und Verboten reglementiert. Das öffentliche Leben wird kontrolliert und in seinen Möglichkeiten beschnitten. Leerstehende Flächen und Gebäude werden möglichst schnell an Investoren verkauft, egal ob für den hundertsten Büroturm oder für das X-ste Einkaufszentrum. Die politische Führung der Stadt zieht die Kriterien des freien Marktes gegen jegliche Bestrebungen einer sozialen Stadt für ALLE klar vor – dabei spielt es keine Rolle, dass billiger Wohnraum fehlt und dass Düsseldorf in Zukunft massive Wohnungsnot droht. Prozesse gezielter Aufwertungstendenzen in Stadtteilen wie Unterbilk, Hafen oder Flingern haben die Verdrängung nicht kaufkräftiger Schichten und alternativer Kunst- und Kulturrefugien zur Folge. Diese Kollateralschäden werden billigend in Kauf genommen.
Wem gehört die Stadt?
Abseits der etablierten Kunstpaläste, Kulturhäuser und der kommerziellen Massenevents gibt es in Düsseldorf eine große, lebendige und vielseitige Szene in kreativen Freiräumen und selbstbestimmten Strukturen. Wir betreiben alternative Galerien, veranstalten Konzerte, Lesungen oder Vorträge; wir stellen Kunst und Mode her - wir machen Kultur! In unseren Lokalen sieht man die neuen KünstlerInnen, hört Musik-Acts oder verbringt einfach einen netten Abend abseits der „Längsten Theke der Welt“.
Wir ahnten es schon lange, jetzt wissen wir es: wir sind hip und interessant! Touristengruppen schauen sich in Führungen über die Kiefernstraße unser alternatives, „buntes“ Leben an; Kunstvereine wie Damen und Herren und Brause werden in der Brigitte oder im Merian als „coole OFF-Locations“ angepriesen. Auch die Stadt Düsseldorf schmückt sich zuweilen mit dieser wachsenden Szene, wo sie das Image der bunten und jungen Metropole braucht: Bei der jährlichen Nacht der Museen sollen die frischen, kleinen, subkulturellen Etablissements einen „frechen“ Gegenpol zum etablierten Kulturbetrieb markieren. In dieser Nacht dürfen sie – ja sollen vermeintlich sogar – ruhig mal über die Stränge schlagen! Für schlappe 11 Euro ein paar Stunden wilder Subkultur-Zoo für alle – powered by Ernst&Young und dem Stadtmarketing. Seltsam: An den übrigen 364 Tagen im Jahr lassen sich die Verantwortlichen höchstens in Vertretung des OSD blicken. Und zwar regelmäßig. Durch unhaltbare Vorwürfe, immense Bußgelder und andere Einschüchterungen werden den soziokulturell engagierten Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen bewusst Steine in den Weg gelegt.
Wir haben es satt, in unserem kreativen Handeln behindert zu werden! Düsseldorf ist nicht nur die Stadt der Reichen, der Kö-ModedesignerInnen und der finanzkräftigen Investoren. Düsseldorf ist unsere Stadt – die Stadt von denen, die hier leben; von alternativen KünstlerInnen; von Menschen, die ihre Kultur und ihr Leben selber gestalten; von Personen, die selbstbestimmt sein und arbeiten wollen! Der Handel freut sich über die Massen an Touristen und die Stadt zählt die Gewerbesteuereinnahmen – während wir für unser Recht auf Selbstverwirklichung und um das Überleben unserer Freiräume kämpfen müssen. Aber es ist unsere Stadt!
Who’s streets? Our streets!
Wir verteidigen die wenigen geeigneten und bezahlbaren Proberäume, Ateliers und anderen Freiräume. Sie sind hier nämlich genauso rar wie Veranstaltungsorte, die nicht in erster Linie dem Konsum und Umsatz oder der so genannten Hochkultur dienen. Während für die Behebung eines Missklangs im Dach der Tonhalle astronomische Summen aufgebracht werden, fehlt vergleichsweise Kleingeld für die Schallisolierung eines kleinen Konzertraums.
Ausgeschilderte Werbeflächen, Strafen für wildes Plakatieren, steril sanierte Grünflächen, Musizierverbot, Vertreibung Unliebsamer, Privatisierung – der öffentliche Raum in Düsseldorf unterliegt immer mehr den Regeln des freien Marktes. Die wenigen gerne frequentierten Flächen werden außerdem zunehmend überwacht. Die Straßen, Plätze und Parks gehören aber uns allen! Und das wollen wir bewegen! Denn gerade die kulturelle und die soziale Mischung muss erhalten werden. Wir wollen unsere öffentlichen Freiräume behalten und selbst gestalten, ohne dass dabei Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt werden. Düsseldorf ist mehr als ein (guter oder schlechter) Standort!
Immer mehr Menschen verlieren aber den Anschluss an das soziale und kulturelle Leben in der Innenstadt. Die Anzahl der Sozialwohnungen sinkt, es gibt in Flingern und Bilk kaum ein WG-Zimmer unter 350 Euro. Arme, Alte und MigrantInnen sind gezwungen an den Stadtrand zu ziehen. Wegen der hohen Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel verlieren diese Menschen nicht nur ihren zentralen Wohn- und Arbeitsplatz, sondern auch die Teilhabe am öffentlichen Leben. Wer sich diese Veränderung nicht leisten kann, muss gehen, oder?
Nur durch politische Selbstbestimmung, konkrete Mitgestaltung und aktive Teilnahme kann sich die Stadt zu einem lebenswerten Ort für alle entwickeln. Wir wollen Kultur und Leben selbst organisieren und eigene Orte gestalten – für uns und für alle. Durch die Aneignung unseres Lebensraumes wird das Leben schöner und gleichzeitig dem Konsumkult etwas entgegensetzt. Die Gestaltung der eigenen Umwelt verbinden wir mit politischen Ideen. Wir wollen unsere Kreativität nicht für eine Standortlogik verkaufen, sondern unsere Dinge tun, wie und wo wir es für passend halten! Alle sind eingeladen, an unserer Stadt teilzuhaben!
Wir fordern das legitime Recht auf unsere Stadt! Unsere Stadt liegt inmitten der offensichtlichen Stadt. Unsere Stadt ist abwechslungsreich, kreativ, bunt und innovativ und bildet einen Kontrast zur standardisierten Franchise-Innenstadt. Wir sind schon lange hier, aber jetzt rufen wir eine Bewegung ins Leben! Wir sind MusikerInnen, MalerInnen, DesignerInnen, MedienkünstlerInnen, VeranstalterInnen, PolitaktivistInnen etc.– wir begreifen uns als Teil einer bundesweiten Bewegung, die aktuell in mehreren deutschen Großstädten entsteht und ihr Recht auf Freiräume, Gestaltung und Selbstbestimmung – kurz: auf ihre Stadt – einfordert.
Freiräume für Bewegung



[...] Raum in Düsseldorf unterliegt immer mehr den Regeln des freien Marktes”, heißt es in ihren Manifest. “Die wenigen gerne frequentierten Flächen werden außerdem zunehmend überwacht. Die [...]
[...] Raum in Düsseldorf unterliegt immer mehr den Regeln des freien Marktes”, heißt es in ihren Manifest. “Die wenigen gerne frequentierten Flächen werden außerdem zunehmend überwacht. Die Straßen, [...]
[...] Weiterhin aus dem Manifest: [...]
[...] (Text stammt aus dem Manifest „Freiräume für Bewegung„) [...]
[...] Raum in Düsseldorf unterliegt immer mehr den Regeln des freien Marktes“, heißt es in ihren Manifest. „Die wenigen gerne frequentierten Flächen werden außerdem zunehmend überwacht. Die Straßen, [...]
Die Stadt gehört den Bürgern und nicht der Verwaltung.
[...] der ‚Geschäftsidee‘ (AG Kritische Kulturhauptstadt), ‚haben es satt‘ (ZAKK Düsseldorf), ‚bewegen uns gegen das Totsparen‘ (Schauspielhaus Wuppertal) und ‚machen den [...]
hi ich bin der erste vorstansvorsitzende des kulturschlachthofs ev in düsseldorf auf der ratherstr,25.
wir befinden uns mit dem vereinsgebäude auf einem privaten hinterhof.dort finden livesessions statt.zusatzlich zu unserem bühnenraum haben wir auch einen aufenthaltsraum und eine theke.
neuerdings taucht nach 13.lähreigen bestehen plötzlich das ordnungsamt auf und fragt nach diversen genemigungern unter anderem auch nach der ausschankgenemigung.
das geht sogar soweit,das uns der aufenthalt im privathof nach 22 uhr unersagt wird.
bitte um rückmeldung mögl.bald und bitte mit einer telefaonnr.von jemanden ,der sich mit dieser widerlichen beamtenwillkür des ordnungsamtes auskennt.
Klasse – wie schon gesagt – meine Website ist in Vorbereitung und – wird einige Überraschungen bezüglich der Stadtentwicklung – nicht nur Düsseldorfs parat halten.
LG Stefan Frischauf
ANY Architects and Engineers