Freiräume für Bewegung ist ein Zusammenschluss aus der freien Kulturszene Düsseldorfs
Freiräume für Bewegung

Patenschaften für die pinken Bänke

2. Juli, 2010

Damit der Ordnungs- und Sicherheitsdienst (OSD) in altbekannter repressiver Manier die im April aufgestellten Bänke nicht  ein zweites Mal einsammelt und sie so dem öffentlichen Raum entziehen kann,  haben wir uns entschlossen Patenschaften für die Bänke zu vergeben. Die Bänke, die aus der Asservatenkammer des OSDs „befreit“ werden konnten,  wurden an Menschen und Orte übergeben, die diese Bänke in den öffentlichen Raum stellen, für Freiräume kämpfen oder sich für politische und soziale Projekte einsetzen.

Dort stehen die Bänke jetzt:

Zwei Bänke haben Düsseldorf verlassen und werden nun bundesweit wahrgenommen;

die erste Bank mit der Aufschrift „lasst euch nicht vertreiben“ ging an dass nun schon seit Mitte April besetzte Autonome Zentrum in Köln. Das Zentrum ist momentan akut von der Räumung bedroht. Wir drücken mit der Bank unsere Solidarität aus und hoffen dieser Freiraum trotzdem  noch lange erhalten bleibt. Wir fordern alle auf sich mit dem Autonomen Zentrum zu solidarisieren und sie zu unterstützen im Kampf gegen die Stadtverwaltung. www. unsersquat.blogsport.eu

Die zweite Bank ging an Centro Sociale in Hamburg. Dort steht nun eine pinke Bank mit der Aufschrift „erkämpft Freiräume“ vor der Haustür und lädt zum Verweilen ein. Das Centro Sociale ist ein selbstorganisiertes Nachbarschaftprojekt. Hier finden Veranstaltungen statt, Gruppen und Organisationen treffen sich. Wir brauchen mehr von solchen Orten denn das Centro Sociale ist ein Beispiel, wie ein autonomer Stadtteiltreff ohne Einmischung der Stadtverwaltung funktionieren kann.  http://centrosociale.breitaufgestellt.de/

Die Bank mit der Aufschrift „stoppt Gentrifizierung“ steht nun vor der Frauenberatungstellen in  einem Hinterhof auf der Ackerstraße in Flingern. Die Aufschrift soll deutlich machen dass in Flingern eine Entwicklung stattfindet die Ausgrenzung und Vertreibung zur Folge hat.

Die Frauenberatungsstelle gibt es nun schon seid 25 Jahren sie setzt sich gegen die Diskriminierung von Frauen ein und ist ein Ort wo Frauen die von Gewalt betroffen sind oder sich in anderen schwierigen Situationen befinden Beratung und Unterstützung angeboten wird. http://www.frauenberatungsstelle.de/

Die Patenschaft für die Bank mit der Aufschrift „setzt euch“ übernahm die Fotografin Monica Bauer. Sie wohnt in Oberbilk wo die Bank nun einen schönen Platz gefunden hat und Nachbar_innen einlädt ins Gespräch zu kommen. Die Bank wird auf Stadtteilfesten in Oberbilk auftauchen und es soll auch Fotoaktionen geben. Auf der Homepage http://www.setzt-euch.de kann in Kürze verfolgt werden was mit der Bank passiert.

Die Bank mit der Aufforderung „skatet“ wurde der Künstlerin Ruth Janßen zu ihrer Ausstellungseröffnung im WBZ am Bertha von Suttner Platz übergeben. Dort stand diese Bank um auf die Vertreibung der SkaterInnen von diesem Platz aufmerksam zu machen. Die Bank steht jetzt vor ihrem Haus und wird von NachbarInnen genutzt.

Eine Bank mit der Aufschrift „nehmt euch die Straße zurück“ ging schon im April an das Straßenmagazin fiftyfifty und steht nun im gerade neu eröffneten Büro auf der Ellerstraße. fiftfifty setzt sich schon seit fünfzehn Jahren gegen die Vertreibung und Ausgrenzung  und für die Rechte von Wohnungslosen ein. http://www.fiftyfifty-galerie.de

Vor kurzem wurde eine pinke Bank zu Gunsten für „Freiräume für Bewegung “auf dem Zumpelmarkt vom Bauwagenplatz versteigert. Durch fleißiges Mitbieten wurden bei der Versteigerung 270€ eingenommen, die an „Freiräume für Bewegung“ gehen. Auf dem Bauwagenplatz, ein „Freiraum“ des alternativen Wohnens, steht ebenfalls eine Bank, die selbst von den kleinsten MitbewohnerInnen fleißig genutzt wird.

Eine weitere Bank wird die Tage der Flüchlingsinitiative “Stay!” übergeben, die seit zwei Jahren ehrenamtlich papierlose Menschen medizinisch und juristisch unterstützt. Eine Bank mit der Aufschrift ”Stay – Bleib” wird dann gegenüber vom Haupteingang der Uni-Klinik vor einem Imbiss stehen, der auf Anfrage von Stay freundlicherweise die Patenschaft übernimmt.  http://www.stay-duesseldorf.de/

Wir werden weiterhin Bänke bauen und das Recht auf unsere Stadt einfordern. Wir kämpfen gegen Privatisierung, Vertreibung und den Bau von Luxusappartements, wo Sozialwohnungen hingehören. Wir werden die Missstände (nicht nur) in dieser Stadt aufzeigen und versuchen,  Alternativen aufzuzeigen und uns Freiräume zu erkämpfen.

Haltet die Augen offen: die pinken Bänke werden weiterhin das Stadtbild Düsseldorfs prägen.

Auf dem Hermannsplatzfest am 3. Juli werden öffentlich pinke Bänke gebaut, die dann später in den öffentlichen Raum gestellt werden sollen. Kommt und macht mit, ab 15.00 geht’s los wenn ihr eine eigene Bank bauen wollt dann meldet euch doch bitte vorher unter info@freiraum-bewegung.de an, damit das Material besorgt werden kann.

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